Die Etappe gewinnt Lopez, das Leadertrikot holt Sosa: In Pampeago feiert Kolumbien

Miguel Angel Lopez sorgt für den zweiten Astana-Etappensieg, aber das Fuchsia Trikot geht überraschend an den Fahrer von Androni-Sidermec.

Dass aus Kolumbien starke Bergfahrer kommen, ist hinlänglich bekannt. Dass Miguel Angel Lopez (Astana) zu jenen Athleten gehört, die bis Innsbruck um den Gesamtsieg mitfahren, ebenso. Trotzdem fehlten bei der heiß ersehnten Bergankunft der zweiten, 145,5 Kilometer langen Etappe der Tour of the Alps von Lavarone auf die Alpe di Pampeago (Reiterjoch) die Überraschungen nicht. Den Sieg holte sich nämlich der kolumbianische Fahrer der Astana-Mannschaft, die somit auch auf dem zweiten Teilstück jubelte. Damit tütete die kasachische Formation einen weiteren Tageserfolg ein und widmete diesen neuerlich Michele Scarponi, der vor exakt 365 Tagen in Innsbruck triumphiert hatte.

Die großen Favoriten sollten sich gegenseitig herausfordern und auch in diesem Fall enttäuschte die Tour of the Alps nicht. Der Schlussanstieg förderte Stärken und Schwächen jener Fahrer zutage, die bei der Vergabe des Gesamtsieges ein gehöriges Wörtchen mitreden möchten. Und eines scheint jetzt klar: Lopez und Pinot dürften gemeinsam mit Sosa zu jenen Athleten gehören, die eine Schippe drauflegen können, wenn die Straßen bergauf gehen. Genauso wie Domenico Pozzovivo, mit dem bei der Tour of the Alps immer zu rechnen ist. Und, natürlich, auch Chris Froome: Heute, im Mittelteil des Schlussanstiegs, schien der Leader von Team Sky am Ende seiner Kräfte und musste von seiner Formation am Ende der Führungsgruppe eskortiert werden. Doch dann zeigte das Team Sky gewohnt Stärke, übernahm die Führung und ging ein Tempo, das Gegner um Gegner wegfallen ließ. Das bedeutendste Opfer war Fabio Aru: Der Italiener vom Team UAE-Emirates musste das Spitzenfeld 3 Kilometer vor dem Ziel ziehen lassen. Der Sarde brach zwar nicht komplett ein, doch im Hinblick auf den Giro d’Italia gilt es in Sachen konditionelle Stärke wohl noch ein wenig nachzubessern.

Auf den letzten beiden Kilometern, als die Arbeit des unerschöpflichen Kenny Elissonde zu Gunsten seines Kapitäns Chris Fromme getan war, blieben sechs Fahrer übrig: Froome, Pinot, Sosa, Lopez, Pozzovivo und Giulio Ciccone (Bardiani-CSF), der wie schon am Montag zu den Hauptdarstellern zählte. Die Entscheidung fiel schließlich auf den letzten Metern des Anstiegs, dessen Steigung nie zu enden scheint: Froome setzte als Erster zum Sprint an, gefolgt von Lopez und Pinot. Lopez setzte sich im Duell mit dem Franzosen durch und feierte seinen ersten Etappensieg bei der Tour oft he Alps. Rang drei für Ivan Sosa, der vom Weißen Trikot ins Fuchsia Trikot schlüpft.

Wer hätte sich das erwartet? Gestern habe ich bereits eine gute Leistung gezeigt (3.), aber heute hielt ich auf den letzten Metern mit den großen Namen des Radsports mit. Für mich ist das ein wunderschöner Augenblick, denn ich voll auskoste“, sagte Ivan Sosa nach dem Rennen im Beisein seines hocherfreuten Team Managers Gianni Savio.

Wenn Ivan Sosa ab morgen versuchen wird die Gesamtführung zu verteidigen, so weiß Miguel Angel Lopez, dass er weiter angreifen muss: „In diesen Tagen haben wir gezeigt, dass wir die beste Mannschaft sind – und das nicht nur wegen der beiden Etappensiege. Aber bei dieser Tour of the Alps warten noch viele Anstiege auf uns und das Klassement liegt eng beieinander. Froome, Pinot, Pozzovivo, auch Sosa, sind Gegner, die man bis zum Schluss auf der Rechnung haben muss.“ Heute kam für Lopez der Etappensieg, aber „Superman“ hat natürlich auch andere Ziele im Kopf

Im Anfangsteil des zweiten Teilstücks zählten Jauregui (Ag2r La Mondiale), Mosca (Wilier Triestina-Selle Italia), Rabitsch (Team Felbermayr Simplon), Rodriguez (Euskadi – Murias), Frapporti (Androni Giocattoli) und Goldshtein (Israel Cycling Academy) zu den Hauptdarstellern, die nach wenigen Kilometern ausbrachen und erst vor dem Schlussanstieg gestellt wurden. Jauregui war der letzte Ausreißer, der von den Spitzenfahrern eingeholt wurde: Die Ankunft in Pampeago war ein zu prestigeträchtiges Ziel für die großen Namen der Tour of the Alps.

Sie und andere werden es aber wieder versuchen, unter anderem auf der dritten Etappe der Tour of the Alps, die morgen Mittwoch, 18. April das Trentino verlässt und durch Südtirol führt. Auf 138,3 Kilometern geht es von Auer nach Meran. Dabei gilt es zwei wichtige Bergsattel zu bewältigen: Den Mendelpass und den Gampenpass. Aber auch die Schlussabfahrt ist nicht ohne, bevor es im Herzen Merans um den Tagessieg geht.

Die dritte Etappe der Tour of the Alps wird – dank der von PMG Sport produzierten Bilder – zwischen 13 und 14.30 Uhr live übertragen, und zwar auf Eurosport 1 (Europa, Asien, Ozeanien), RaiSport (Italien), ORF (Österreich), TV 2 (Dänemark), L’Equipe (Frankreich), Eleven (Nordamerika), FloBikes (Nordamerika, Zentralamerika, Südamerika), SkySport (Neuseeland) und Econet (Afrika), sowie zeitversetzt auf Bike Channel (Italien).

Der Livestream ist auf der Facebookseite PMG Sport und auf den Portalen Pmgsport.it, Repubblica.it, Gazzetta.it, inbici.net, cicloweb.it, pulsemedia.it, oasport.it, LaPresse.it, Corrieredellosport.it, Tg.la7.it, Federciclismo.it, Tuttobiciweb.it, Cyclingpro.net, SpazioCiclismo.it, CiclismoSport.Go.tv, Mondiali.net und DirettaCiclismo.it verfügbar.