Die erste Etappe der #Tota geht wieder an Astana: Bilbao überrascht alle

Der Spanier im Trikot des kasachischen Rennstalls stellte seine Qualitäten als „Finisseur“ eindeutig unter Beweis und widmete seinen Erfolg umgehend Scarponi. Sanchez als Zweitplatzierter rundete den Astana-Auftakterfolg ab, aber auch die Top-Favoriten zeigten, dass mit ihnen zu rechnen ist.

Die Tour of the Alps 2018 hat wieder mit einem Geniestreich eines Fahrers im himmelblauen Astana-Trikot begonnen. Und so fühlte man sich zurückerinnert an den Sieg des „Adlers aus Filottrano“ vor einem Jahr. Dieses Mal war es aber der Spanier Pello Bilbao, der im Ziel jubeln durfte, nachdem er seine Fähigkeiten als „Finisseur“ unter Beweis gestellt hatte und sich im Ziel in Folgaria die erste Etappe der Tour of the Alps 2018 (Arco-Folgaria, 134,6 Kilometer) schnappte. Der 28-jährige Spanier setzte seine Attacke rund 3 Kilometer vor dem Ziel, als er einer kleinen Gruppe entfloh, die sich schon vorher auf den Steigungen nach Serrada gebildet hatte. Dabei profitierte Bilbao auch von der numerischen Überzahl seines kasachischen Teams. So ging beim vom GS Alto Garda organisierten Rennen zum zweiten Mal in Serie die Auftaktetappe an Astana: Im Vorjahr hatte sich der unvergessene Michele Scarponi durchgesetzt, dessen Bilbao im Ziel auch gleich gedachte.

Mein fünfter Sieg als Profi hat eine ganz besondere Bedeutung, denn er kommt ausgerechnet ein Jahr nach dem letzten Erfolg von ‚Scarpa‘. Michele ist immer in unseren Herzen, er inspiriert und motiviert uns nach wie vor und deshalb hat die Wiederholung seines Vorjahreserfolgs bei der diesjährigen Tour of the Alps einen ganz besonderen Wert. Diesen Sieg widme ich ihm und seiner Familie.“

Gefeiert wurde bei Astana auch der zweite Platz von Luis Leon Sanchez, der das Ziel mit sechs Sekunden Rückstand auf seinen Mannschaftskollegen erreichte. Zeitgleich rollte Talent Ivan Sosa (Androni-Sidermec) über die Ziellinie, der in das Trikot des besten Nachwuchsfahrers schlüpfte. Mit wenig Rückstand kamen schließlich auch die Top-Favoriten an: Thibaut Pinot (4.), Chris Froome (5.), Domenico Pozzovivo (6.) und George Bennett (7.) büßten 10 Sekunden auf den Tagessieger ein, vier weniger als Fabio Aru (10.) und Miguel Angel Lopez (14.).

Bilbao zog sich auch das erste Leader-Trikot der Gesamtwertung über, wohlwissend, dass dieser Umstand wohl von kurzer Dauer sein dürfte. Seine Hoffnung sei, dass es in Besitz von Astana bleibt: „Unser Ziel bei diesem Rennen war, einen Etappensieg zu feiern und unsere Vorbereitung in Hinblick auf den Giro d’Italia fortzusetzen. Davon haben wir mit dem heutigen Etappensieg schon ein Vorhaben umsetzen können. Nun können wir auch an anderes denken: Miguel Angel Lopez ist gut in Form, heute hatte er am Ende des Aufstiegs kleine Schwierigkeiten, als er versuchte, das Tempo zu verschärfen. Aber es ist auch klar, dass ein Aufstieg wie jener auf das Reiterjoch (Alpe di Pampeago) ihm mehr entgegenkommt, als mir. Wenn er mir das Leader-Trikot wegschnappt, dann geht das für unsere Mannschaft in Ordnung.

Den ersten Fluchtversuch bei der Tour of the Alps 2018 gab es kurz nach dem feierlichen Start um 11.30 Uhr in Arco, den sich der Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi nicht entgehen ließ. Neun Radprofis waren darin verwickelt: Bou Company (Nippo Vini Fantini), Turrin (Wilier Triestina – Selle Italia), Krizek (Team Felbermayr – Simplon Wels), Friedrich (Tirol Cycling Team), Saramontis (Bora – Hansgrohe), Ballerini (Androni Giocattoli), Eenkhoorn (Team Lotto Nl Jumbo), Rybalkin (Gasprom – Rusvelo) und Berhane (Dimension Data) griffen nach 8 Kilometern an, fuhren einen maximalen Vorsprung von 3.20 Minuten auf die ersten Verfolger Groupama FDJ und Team Sky heraus.

Immer aufmerksam in den ersten Positionen unterwegs war Chris Froome, der nicht zögerte, seine Mannschaft an die Spitze zu setzen, sobald die ersten Steigungen in Richtung Serrada erreicht waren. Zu diesem Zeitpunkt bröckelte die Führungsgruppe auseinander und verlor nach und nach an Boden. Aus der Gruppe kam schließlich der Angriff von Giulio Ciccone (Bardiani-CSF), dem ein Schlagabtausch zwischen den Top-Favoriten folgte: Zuerst verschärfte Pinot das Tempo, dann folgten Froome und Aru. Auf der Anhöhe hatte Ciccone ein paar Sekunden Vorsprung auf die kleine Truppe mit den stärksten Teilnehmern, ehe die steile Abfahrt nach Folgaria begann.

Als Ciccone gestellt wurde, las Bilbao den richtigen Augenblick: „Nachdem wir die Anhöhe hinter uns gelassen hatten, gab es einen kurzen Moment der Ungewissheit in der Gruppe vorne. Zahlenmäßig waren wir von Astana in der Überzahl und diesen Vorteil galt es nun richtig auszuspielen. Ich habe einfach beschleunigt und mich nicht mehr umgedreht.

Von jenen Fahrern, die man im Vorfeld zu den Topfavoriten gezählt hatte, konnte Louis Meintjes (Dimension Data) nicht Schritt halten. Er büßte 1.04 Minuten auf Bilbao ein. Für sein Vorhaben, nämlich einen Platz auf dem Podest, ein herber Rückschlag. Aber die Gesamtwertung könnte bereits bei der Etappe am morgigen Dienstag gehörig durcheinandergeschüttelt werden, die von Lavarone auf das Reiterjoch (Alpe di Pampeago-Fiemme) führen wird und 145,5 Kilometer lang ist.

Es ist die langersehnte Ankunft in der Steigung bei der diesjährigen Tour of the Alps, die bereits beim Giro d’Italia mehrmals im Mittelpunkt stand und epische Duelle zwischen Pantani und Tonkov lieferte. Der 7,7 Kilometer lange Schlussanstieg mit einer Steigung von 9,8 Prozent wird jene Radsportler vor eine große Herausforderung stellen, die beim nächsten Giro d’Italia nach dem Gesamtsieg greifen möchten: Bis jetzt haben sich Froome, Aru, Pinot und Lopez wacker geschlagen, aber der morgige Test wird ihnen alles abverlangen.

Alle Radsport-Liebhaber können das zweite Teilstück der Tour of the Alps von 14.00 bis 15.30 Uhr live auf Eurosport 1 (Europa, Asien, Ozeanien), RaiSport (Italien), Bike Channel (Italien), ORF (Österreich), TV 2 (Dänemark), L’Equipe (Frankreich), Eleven (Nordamerika), FloBikes (Nordamerika, Zentralamerika, Südamerika), SkySport (Neuseeland) und Econet (Afrika) verfolgen.

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