Dennis in Innervillgraten an seine Gegner: “Ich will den #TotA-Sieg“

Entwickelte sich auf der 2. Etappe. Am Ende siegte ein großer Name: BMC-Profi Rohan Dennis setzte sich im Bergaufsprint im Osttiroler Villgratental gegen Thibaut Pinot durch. Der Franzose übernahm die Gesamtführung


Nicht die Sonne sondern der Schnee war heute bei der “Tour of the Alps“ der Wegbegleiter der Profis. Aber für einen Profi schien auf der 2. Etappe der neuen Euregio-Tour von Sterzing nach Innervillgraten trotzdem die Sonne: Weltmeister und Olympiasieger Rohan Dennis feierte einen eindrucksvollen Etappensieg und schob sich mit der beeindruckenden Leistung in die erste Reihe der Aspiranten für den Gesamtsieg. Dennis besiegte im Sprint des dezimierten Hauptfeldes Thibaut Pinot (FDJ), der sich im Vergleich zu gestern verbesserte und dank der Zeitbonifikation das Führungstrikot übernahm. Der dritte Etappenplatz ging an den Italiener Davide Ballerini (Androni-Sidermec).

Die Wetterprognose sagte Schnee voraus und er kam leider. Durch die schlechten Witterungsbedingungen, vor allem am Brenner Pass, musste die heutige Etappe verkürzt werden und konnte daher auch nicht wie geplant über die Europabrücke führen. Die Organisatoren sowie die UCI-Kommissäre waren einer Meinung und setzten die Sicherheit der Profis an die erste Stelle. Deshalb wurde der Etappenstart von Innsbruck nach Sterzing verlegt.

Nach dem Transfer nach Südtirol fanden die 138 Profis bessere Bedingungen vor. Nach einem enorm hohen Anfangstempo bildete sich die erste Fluchtgruppe, mit Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe), Simone Velasco (Bardiani-Csf), Niccolò Salvietti (Sangemini-MgKVis) und Patrick Gamper (Tirol Cycling Team). Bei Kilometer 42 lag der Maximalvorsprung bei 2:16 Minuten. Doch dann drückte Gazprom im Feld aufs Tempo. Dank der Hilfe vom Team Sky wurden die Ausreisser 26 Kilometer vor dem Ziel gestellt, am Fuße des Anstieges nach St. Justina auf der Pustertaler Höhenstraße.

Dort begann das Rennen von vorne und Alexander Foliforov (Gazprom-Rusvelo) setzte sich in Führung. Drei Profis – Stefano Pirazzi (Bardiani-Csf), der letztjährige Giro del Trentino-Gewinner Mikel Landa (Team Sky) and Ilia Koshevoy (Wilier Triestina) – fanden den Anschluss. Wie bei der Abfahrt auch Damiano Caruso (BMC).

Sieben Kilometer vor dem Ziel, im Villgratental, attackierte Mikel Landa und Koshevoy verlor den Anschluss. Erst am letzten Kilometer konnte das Hauptfeld die Lücke schließen und Rohan Dennis sprintete zum souveränen Sieg. Mit seinem zweiten Etappenplatz schob sich der Tour de France-Dritte Pinot an die Führung des Gesamtklassements. Er führt nun zeitgleich vor Michele Scarponi (Astana) und vier Sekunden vor Geraint Thomas (Team Sky).

STATEMENTS

Rohan DENNIS

Bin wieder da

“Gestern habe ich beim Anstieg zur Hungerburg taktische Fehler gemacht. Ich habe Zeit verloren, was in Hinblick auf das Gesamtklassement nicht optimal war. Aber heute konnte ich zurückschlagen und die Enttäuschung wieder mit Motivation tauschen. Es war ein ruhiger, aber sehr guter Tag für mich. “

Sprinter? Manchmal

“Ich habe schon einige Sprints gewonnen in meiner Karriere. Ich bin kein Fahrer, der gegen Kittel, Sagan oder Greg Van Avermaet eine Chance hätte, aber bei Bergaufsprints kann ich durchaus zuschlagen.”

Etappe ohne Brenner 

“Es war eine gute Entscheidung, den Brenner heute nicht zu fahren. Ich denke auch, dass die Etappe mit Brenner auch nicht anders geendet hätte. Wir haben mit rund 60 Fahrern gerechnet, die zum Zielsprint antreten – und das ist eingetreten.”

Von Tag zu Tag

“Ich bin hier hergekommen und gehe es so an, wie es meiner Mentalität entspricht: Ich blicke von Tag zu Tag. Wenn ich gute Beine habe, will ich zuschlagen. Wenn es nicht läuft, will ich den Rückstand minimieren. Die Gelegenheiten will ich ausnützen, so wie heute.”

Gute Mannschaftsarbeit

“Es freut mich, dass ich meinen Teamkollegen mit dem Etappensieg etwas für ihre tolle Arbeit zurückgeben konnte. Vor allem Rosskopf ist auf den letzten zehn Kilometern stark an der Spitze des Feldes gefahren. Und dann kam Brent Bookwalter, der ordentlich Dampf gemacht hat, damit wir die Spitzengruppe noch erwischen.”

Die Königsetappe

Ich fühle mich sehr gut und denke, dass ich mit der Form morgen auch ganz vorne ankommen kann. Wie bereits erwähnt, oft ist es besser nicht zu viel zu denken. Der schwere Pass liegt zum Glück nicht im Finale, so habe ich noch alle Möglichkeiten einen etwaigen Rückstand aufzuholen.”

Thibaut PINOT

Eine nette Überraschung

Damit habe ich nicht gerechnet, dass ich heute das Führungstrikot übernehmen durfte. Die Etappe war sehr schnell bei kaltem Wetter. Diese Bedingungen liegen mir ganz gut. Ich wollte im Finale vorne reinfahren, das ist mir gelungen.”

Etappenverkürzung

Es war eine sehr gute Entscheidung, den ersten Teil der Etappe nicht zu fahren. Es war sehr kalt, dazu der Schnee und viele Fahrer bereiten sich hier auch auf den Giro d’Italia for. Das muss man auch berücksichtigen. Und der Brenner Pass hätte das Etappenergebnis auch nicht sonderlich verändert. Und beim neuen Start fanden wir dann ganz gute Bedingungen vor.”

Die Form kommt

Ich denke, meine Form verbessert sich von Tag zu Tag. Seit Tirreno-Adriatico bin ich kein Rennen mehr gefahren, von daher sollte meine Form nach der „Tour of the Alps“ sehr gut sein.”

Schlüsseletappe

Morgen kommt mit Sicherheit eine Etappe, die mir liegt. Es wird sehr hart, aber ich will mein Trikot verteidigen. Aber klar ist, die letzten drei Tage werden die schwersten der ganzen Rundfahrt.”

Italien – meine Liebe

Ich bin immer schon gerne Rennen in Italien gefahren und habe auch immer gute Ergebnisse geholt. Auf meinen ersten Giro d’Italia freue ich mich besonders. Aber auch Rennen, wie Mailand-San Remo, Tirreno-Adriatico oder hier die Tour of the Alps sind tolle Veranstaltungen.”

Nach Hause mit dem Trikot?

Nach der Tour of the Alps werde ich einige Tage zu Hause verbringen. Nach den ersten Rennen und zuletzt einem Trainingslager war ich nur selten zuhause. Es ist auch wichtig sich vor dem Giro gut auszuruhen. Und hoffentlich kann ich nach dieser Woche auch mit dem Führungstrikot heimkommen.

Änderung 3. Etappe: Würzjoch wegen Schnee nicht im Programm

Morgen sollte sich das Wetter bei der Tour of the Alps bessern. Aber durch den heutigen Schneefall kann das Würzjoch (1.987m) auf der dritten Etappe von Niederdorf nach Villnöss nicht befahren werden. Die Etappenlänge verkürzt sich von 143,1 auf 135,6 km. Der zweite Teil der Etappe mit dem schweren, 12,7 Kilometer langen und durchschnittlich sieben Prozent steilen Rodengo-Pass wird planmäßig befahren. Vor dem Schlussanstieg nach Villnöss wird auf diesem Pass der erste Schlagabtausch auf der Etappe der Gesamtfavoriten erwartet.