Die Tour of the Alps lässt die Hüllen fallen: Neun World Teams bei der Ausgabe 2018 am Start

Die Veranstalter des Etappenrennens in der Euregio haben die Liste der 20 teilnehmenden Teams im Rahmen einer Pressekonferenz in Seefeld in Tirol bekanntgegeben. Noch nie waren so viele World Teams dabei, außerdem werden einige Anwärter auf den Giro-Sieg erwartet

Die Erwartungen an eine spektakuläre Tour of the Alps 2018 sind nun noch höher. Der GS Alto Garda, Veranstalter des Euregio-Etappenrennens der Kategorie 2.HC, welches vom 16. bis zum 20. April stattfinden wird, hat im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag, 25. Jänner in Seefeld in Tirol (Österreich) nämlich die offizielle Teilnehmerliste bekanntgegeben.

Im Media Center des Weltcups der Nordischen Kombinierer in Seefeld hat der Generaldirektor der Tour of the Alps, Maurizio Evangelista, jene 20 Mannschaften präsentiert, die das Publikum bei den fünf anspruchsvollen Etappen in ihren Bann ziehen werden. Das spektakuläre Radrennen beginnt in Arco, führt anschließend durch das Trentino, Südtirol und Tirol und endet schließlich auf dem WM-Kurs in Innsbruck.

Tirol ist eine große Sportregion, in der der Radsport schon immer eine wichtige Rolle spielte. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir WM-Gastgeber sind. Aber die Kontinuität unseres Einsatzes in der Welt des Radsports spiegelt sich in der Tour of the Alps wieder, in dessen Rahmen wir gemeinsam mit unseren Freunden aus Südtirol und dem Trentino für jene Werte einstehen, die uns in der Euregio verbinden“, erklärte Josef Margreiter, Direktor der Tirol Werbung.

Noch nie waren bei der Tour of the Alps so viele World Teams am Start, wie es bei der Ausgabe 2018 sein werden. Gleich neun der besten Mannschaften der Welt haben sich eingeschrieben und machen damit die Tour of the Alps zu einem richtungsweisenden Event in Hinblick auf den Giro d’Italia. Unter den teilnehmenden Mannschaften befindet sich mit dem Team Sky der Sieger der letzten drei Ausgaben des renommierten Radrennens (2017 Tour of the Alps, 2016 und 2015 Giro del Trentino), sowie vier World Teams, die auf seinen Straßen debütieren werden: Bahrain-Merida, Dimension Data, Lotto.NL-Jumbo und UAE-Emirates.

An der TotA nehmen auch acht Pro-Continental-Teams teil, zwei Continental-Mannschaften und ein Nationalteam. Die insgesamt 20 eingeschriebenen Teams bestehen aus jeweils 7 Fahrern und vertreten 14 Nationen (Italien, Österreich, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Kasachstan, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Südafrika, Niederlande, Russland, Israel, Polen und Spanien).

WORLD TEAMS
AG2R-La Mondiale (Frankreich)
Astana Pro Team (Kasachstan)
Bahrain-Merida Pro Cycling Team (Bahrain)
BORA-hansgrohe (Deutschland)
Dimension Data (Südafrika)
FDJ (Frankreich)
Lotto.NL-Jumbo (Niederlande)
Team Sky (Großbritannien)
UAE-Emirates (Vereinigte Arabische Emirate)

PRO CONTINENTAL TEAMS
Androni Giocattoli-Sidermec (Italien)
Bardiani-CSF (Italien)
CCC-Sprandi (Polen)
Euskadi-Murias (Spanien)
Gazprom-Rusvelo (Russland)
Israel Cycling Academy (Israel)
Nippo-Vini Fantini (Italien)
Wilier Triestina-Selle Italia (Italien)

CONTINENTAL TEAMS
Tirol Cycling Team (Österreich)
Team Felbermayr-Simplon (Österreich)

NATIONAL TEAMS
Italien

Nicht alle eingeladenen Mannschaften haben ihr Fahrerfeld bereits definiert, angefangen beim Team Sky (Sieger der letzten drei Ausgaben mit Richie Porte, Mikel Landa und Geraint Thomas), das auf eine Klärung der Position von Chris Froome (Großbritannien) wartet. Der viermalige Sieger der Tour de France hatte einen Start an der Tour of the Alps in Hinblick auf den Giro d’Italia in Erwägung gezogen. Zum weiteren Favoritenkreis zählen die Italiener Fabio Aru (UAE Emirates) und Domenico Pozzovivo (Bahrain Merida), der Franzose Thibaut Pinot (FDJ), der Kolumbianer Miguel Angel Lopez (Astana Pro Team), der Südafrikaner Louis Meintjes (Dimension Data) und der Neuseeländer George Bennett (Team Lotto NL-Jumbo).

In jenem Jahr, in dem die WM in Innsbruck stattfindet, schickt auch Österreich zwei Mannschaften der Kategorie Continental ins Rennen: Zum einen handelt es sich um das Tirol Cycling Team, das zum zweiten Mal nach der Premiere im Jahr 2017 antreten wird, und zum anderen um die Debütanten des Teams Felbermayr-Simplon.

SANTINI (PRÄSIDENT GS ALTO GARDA): „EIN WEITERER SPRUNG NACH VORNE“
Giacomo Santini, Präsident des GS Alto Garda, zeigte sich sehr zufrieden über den enormen Zuspruch von Seiten der weltbesten Teams für die Tour of the Alps und somit sein Projekt, das er im vergangenen Jahr unter der Schirmherrschaft der Euregio lanciert hat und eine enge Verbindung zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino darstellt. „Wir sind sehr stolz, dass wir hier eine Liste von so prestigeträchtigen Teams präsentieren dürfen. Wir können es kaum erwarten, dem großen Spektakel auf unseren Straßen beizuwohnen. Die großen Mannschaften haben ihr Interesse an unserem Rennen noch viel früher als in der Vergangenheit bekundet und wir sind sehr zufrieden, dass zahlreiche Teams heuer ihr Debüt bei der Tour of the Alps geben werden. Wir glauben, dass wir einen weiteren Sprung nach vorne gemacht haben.

Bereits im vergangenen Jahr hat sich bei der Tour of the Alps herausgestellt, dass sie für die Anwärter auf den Giro-Sieg die perfekte Gelegenheit ist, die aktuelle Form zu testen und eventuell noch an ihr zu feilen: Es war kein Zufall, dass alle Protagonisten der TotA auch danach beim Giro d’Italia eine sehr wichtige Rolle spielten. Wenn es nicht diesen Unfall beim Blockhaus gegeben hätte, wer weiß, ob Dumoulin dann Geraint Thomas hinter sich hätte lassen können. Und natürlich hätten wir alle gerne gewusst, zu was unser lieber Michele Scarponi fähig gewesen wäre, der wieder einmal die Rolle des Kapitäns hätte einnehmen sollen. Das ist der Grund weshalb ich überzeugt bin, dass wir auch dieses Mal zahlreiche Champions beim Start in Arco sehen werden“, erklärte Santini abschließend.

In Seefeld waren als besondere Gäste auch zwei wichtige italienische Wintersportler dabei, wie Alessandro Pittin und Ilaria Debertolis, sowie ein großer ehemaliger Radchampion: Maurizio Fondriest.

Ich kenne das Gardaseegebiet im Trentino und das Fleimstal sehr gut, denn auch ich fahre Rad und ich kann versichern, dass es außergewöhnliche Strecken sind“, sagte der Nordische Kombinierer Alessandro Pittin, während seine Langlaufkollegin Ilaria Debertolis erklärte: „Einige dieser Strecke befahre ich mit den Rollskiern. Ich warte aber auf die Tour of the Alps und werde das Spektakel genießen, das es aufgrund der schwierigen Etappen und der renommierten Teilnehmer geben wird.

Maurizio Fondriest, der heuer das 30-jährige Jubiläum seines 1988 in Renaix gewonnen WM-Titels feiert, hat die fünf Etappen hingegen wie folgt analysiert: „Die Strecke bleibt der Tradition treu, das Rennen ist sehr anspruchsvoll und hat zwei entscheidende Etappen: jene nach Pampeago und natürlich das Finale auf dem Innsbrucker WM-Parcours.

DIE STRECKE DER TOUR OF THE ALPS 2018
Die fünf Etappen der Tour of the Alps 2018 wurden im Rahmen der offiziellen Vorstellung in Mailand im November 2017 bekanntgegeben.

1. Etappe – Montag, 16. April
Arco – Folgaria, 134,6 km
Höhenunterschied: 2530m. Schwierigkeit: ***

2. Etappe – Dienstag, 17. April
Lavarone – Fiemme/Alpe di Pampeago 145,5 km
Höhenunterschied: 2900m. Schwierigkeit: ****

3. Etappe – Mittwoch, 18. April
Auer – Meran 138,3 km
Höhenunterschied: 2600m. Schwierigkeit: **

4. Etappe – Donnerstag, 19. April
Klausen – Lienz 134,3 km
Höhenunterschied: 2300m. Schwierigkeit: ***

5. Etappe – Freitag, 20. April
Rattenberg – Innsbruck 161,6 km
Höhenunterschied: 2770m. Schwierigkeit: ***

Fünf Renntage, insgesamt 714,3 Kilometer, 13.100 Höhenmeter, 10 Bergwertungen: Die Tour of the Alps weist alle Charakteristiken eines modernen Etappenrennens vor und bestätigt damit das spektakuläre Format mit kurzen, aber intensiven Abschnitten aus dem Vorjahr, welches sehr gut angekommen ist.