Es ist der Tag des großen Anstiegs: Spektakel und Emotionen pur auf der Alpe di Pampeago

Das zweite Teilstück der Tour of the Alps (Lavarone – Reiterjoch/Alpe di Pampeago Fleimstal/Fiemme) mit einer Länge von 145,5 Kilometern startet um 11.15 Uhr. Entlang der Strecke warten legendäre Anstiege wie der Redebus-Pass und die Schluss-Steigung auf die Favoriten, die hier den Unterschied ausmachen können.

Guten Tag von der zweiten Etappe der Tour of the Alps, die heute mit der lang ersehnten Bergankunft am Reiterjoch/Alpe di Pampeago/Fiemme aufwartet. Das Feld muss außerdem den zweiten furchterregenden Aufstieg auf den Redebus-Pass in Angriff nehmen – insgesamt gilt es 2900 Höhenmeter zu bewältigen. Pello Bilbao (Astana), der gestrige Tagessieger, wird versuchen das Trikot des Gesamtsiegers zu verteidigen. Unterstützt wird er dabei von einer kompakten Mannschaft, die sich in einer guten Verfassung befindet. Am Start wird ausgerechnet das Team Astana mit dem Team-Up Award-Souvenir Michele Scarponi ausgezeichnet, und zwar für die starke Mannschaftsleistung im Rahmen der ersten Etappe. Heute ist jedoch ein spannender Kampf zwischen allen Top-Favoriten auf den Gesamtsieg des Rennens zu erwarten, die im Klassement eng beisammen liegen.

Treffpunkt: Lavarone, Piazza Italia, Loc. Chiesa, h 9:30
Start: Lavarone, Via Trento, h 11:15
Ziel: Tesero, loc. Pampeago, h 15:10
Anti-Doping-Kontrolle: Tesero loc. Pampeago, Hotel Scoiattolo
Verp egungszone: Lago di Lases, km 70,7
Zwischensprint: Sover, km 91,0
Bergwertung: Passo Redebus (1a Cat., km 51,1); Cavalese (3a Cat., km 108,0)
Rennbüro: Centro Fondo Lago di Tesero, Via Stazione, 4, 38038 Lago di Tesero

DER START: LAVARONE
Lavarone
ist eine “verstreute” Gemeinde mit rund 1110 Einwohnern, die sich aus mehreren antiken Fraktionen zusammensetzt, und zählt zu den zimbrischen Sprachinseln. Die ruhige Umgebung zog schon immer alle Menschen an, die sich nach Natur, Frieden und Entspannung sehnen. Auch große Persönlichkeiten: Der Vater der Psychoanalyse Sigmund Freud hielt sich immer wieder in Lavarone auf, das auch durch seinen gleichnamigen See Bekanntheit erlangte. Er erhielt sogar eine Blaue Flagge. In Lavarone wird auch das sehr beliebte MTB-Rennen „100 km dei Forti“ ausgetragen. Besonders stolz ist man auf die „Foresta dei Giganti“. Der „Wald der Riesen” erstreckt sich von Lavarone bis nach Lusern.

ENTLANG DER STRECKE
Cavalese
ist eines der wichtigsten Tourismuszentren des Fleimstales (Val di Fiemme). Es liegt auf 1000 Metern Meereshöhe auf einer sonnenge uteten Terasse, genau vor der Bergkette des Lagorai. Cavalese zieht sowohl im Winter (von hier starten die Bergbahnen der Alpe Cermis), als auch im Sommer sehr viele Gäste an und ist eine der Schlüsselstellen der Marcialonga, der “Mutter” aller Langlaufrennen.

FÜR DEN GESCHMACKSSINN
Das Fleimstal (Val di Fiemme) liegt auf „Straße der Käsesorten der Dolomiten“, eine Route entlang der einheimische Spezialitäten produziert werden und wo sich jene Käsereien be nden, die vorzügliche Sorten wie den geschmackvollen “Formae Val Fiemme”, den Fontàl, oder den bekannten “Puzzone di Moena” herstellen. Ohne Zusatzstoffe duftet der Käse nach blumenbewachsenen Weiden und dem Heu des Fleimstals und eignet sich als Beilage zu allen Wurstwaren der Region.

ABSOLUT SEHENSWERT
Auf dem ersten Teil der Strecke wird das Fersental (Valle dei Mocheni) durchfahren, eine deutsche Sprachinsel im Herzen des Trentino. Im Mittelalter wanderten Bergwerksarbeiter aus Süd- und Nordtirol zu, die Kupfer, Silber und Gold abbauten. Es wird auch das verzauberte Tal genannt, was wohl auf die Naturbelassenheit zurückzuführen ist, die schon den bekannten österreichischen Schriftsteller Robert Musil inspiriert hat.

DAS ZIEL: ALPE DI PAMPEAGO/FIEMME
Die Straße auf die Alpe di Pampeago/Fiemme ist ein Alpenpass, der sich zwischen den Wäldern des Eggentals und der Cima di Valsorda befindet. Die von Tesero heraufführende, südliche Seite ist die bekanntere und führt zu den Aufstiegsanlagen des Ski Center Latemar. Das Skigebiet öffnet sich gegen Predazzo und Obereggen hin und bietet 49 Pistenkilometer für alpine Skisportler.

DIE PERSÖNLICHKEIT
Fünf Mal war die Alpe di Pampeago/Fiemme bereits Zielort des Giro d’Italia. 1998 war dieser Abschnitt ausschlaggebend für den späteren Giro-Sieg Marco Pantanis (es war das Jahr, in dem er dann auch die Tour gewann). Obwohl er im Ziel hinter Tonkov als Zweiter ankam, holte sich der Kletterer aus der Romagna den Gesamtsieg. Pantani dominierte das Teilstück in Pampeago im Jahr darauf. Aber seine Freude währte nicht lange: Zwei Tage später wurde er wegen eines überhöhten Hämatokrit-Wertes vom Giro ausgeschlossen.