Fabio Aru hat bei der Tour of the Alps Großes vor

Nach seinem Sturz bei der Volta a Catalunya greift der sardische Bergspezialist beim Etappenrennen in der Euregio (16. bis 20. April) an, das einen wichtigen Meilenstein in seiner Saisonplanung mit den Höhepunkten Giro d’Italia und Weltmeisterschaft darstellt. „Die Strecke ist anspruchsvoll und gefällt mir, den Kurs in Innsbruck will ich mir einprägen.“

Wenn Fans und Fachleute von Anstiegen und Bergen sprechen, dann dauert es nie lange, bis der Name Fabio Aru fällt. Kein Wunder, hat der 27-jährige Sarde in seiner Karriere bei allen drei großen Rundfahrten mindestens eine Etappe gewonnen und ist außerdem ins Trikot des Gesamtführenden geschlüpft. 2015 trug er bei der Vuelta a España sogar den Gesamtsieg davon.

Nach einigen Jahren mit Höhen und Tiefen, wo es trotz Unfällen und Malheurs nicht an Erfolgen mangelte – so gewann Fabio Aru unter anderem den Italienmeistertitel und schlüpfte nach seinem ersten Etappensieg bei der Tour de France in den Pyrenäen in das Gelbe Trikot – hat der Neuzugang der Mannschaft UAE Team Emirates heuer seinen Fokus auf den Giro d’Italia und die Rad-WM gelegt. In dieser Hinsicht stellt die Tour of the Alps (16. bis 20. April) eines der Schlüsselrennen für den Saisonverlauf des italienischen Champions dar, der sich auf den Straßen der Euregio den Feinschliff für die „Corsa Rosa“ holen möchte und gleichzeitig den Kurs der UCI Road World Championships in Innsbruck genauer unter die Lupe nehmen wird.

„Bei der Tour of the Alps werde ich wie gewohnt sehr anspruchsvolle Strecken vorfinden, auf denen ich eine gute Figur machen und mich gleichzeitig bestmöglich auf den Giro d’Italia vorbereiten möchte. Außerdem gibt es einen weiteren Grund, um topmotiviert ins Rennen zu gehen: Weil die Weltmeisterschaft eines meiner Saisonziele ist, möchte ich die Gelegenheit nicht verpassen, auf dem Kurs in Innsbruck zu fahren. Bisher habe ich ihn noch nicht sehen können, aber er scheint sehr schwierig. Ein Rennen auf dieser Strecke austragen zu können, und das so lange vor dem Event, ist eine Gelegenheit, die man nicht verpassen darf. Entscheidend werden am Ende aber wie immer die Beine sein“, erklärte Aru.

Der 27-Jährige aus Villacidro, der aktuell in Teide ein gezieltes Trainingsprogramm in Hinblick auf seine Rückkehr ins Renngeschehen bei der Tour of the Alps absolviert, möchte in die Fußstapfen seines ehemaligen Teamkollegen Vincenzo Nibali treten, der 2013 zum ersten Mal den Giro d’Italia gewann, nachdem er kurz zuvor den Giro del Trentino für sich entschieden hatte. Nibali ist auch der letzte Rennfahrer, dem das anspruchsvolle Double gelang.

„Die Vorbereitung verläuft ganz nach Plan. Ich habe mich vom Unfall bei der Volta a Catalunya gut erholt und ohne Probleme trainieren können. In Vergangenheit habe ich bereits zwei Mal am Giro del Trentino teilgenommen (2013 und 2014), aber es wird meine erste Tour of the Alps. An Anstiegen, die es zu bewältigen gilt, fehlt es nicht: Die Alpe di Pampeago ist ein bedeutendes Ziel, aber wir werden am Renntag sehen, wie mein Gefühl sein wird. Mein Ziel ist es mit guten Beinen am Start zu stehen. Was dann im Rennen passiert, ist vorher unmöglich einzuschätzen“, so der Sarde weiter.

Eine Woche vor dem Start in Arco (Trient) will der Sieger der Vuelta 2015 keine Prognose abgeben. „Zu diesem Zeitpunkt ist es sehr schwierig eine Einschätzung zu machen. Ich kenne meine Gegner bei der Tour of the Alps bestens: Neben Froome und Pinot ist es ein Miguel Angel Lopez, der lange Zeit mein Teamkollege war, während ich mit Pozzovivo sehr viel auf den Straßen Luganos trainiere. Ich werde sie alle im Auge behalten müssen!“