Die Berge in der eigenen DNA: Die Tour of the Alps blickt immer weiter nach oben

In Mailand wurde die Ausgabe 2019 des Euregio-Rennens vorgestellt, welches neuerlich fünf spektakuläre Etappen von Kufstein nach Bozen umfassen

„Neustarten nach einem großen Erfolg“ – das ist das große Credo der Tour of the Alps 2019. Die zweite Ausgabe, die vor rund sieben Monaten mit dem Gesamtsieg des Franzosen Thibaut Pinot zu Ende ging, hat die TotA endgültig zu einem der großen Höhepunkte der internationalen Radsportsaison werden lassen. Die Veranstalter des GS Alto Garda punkteten nicht nur in Sachen Teilnehmer und Publikum, sondern stellten mit der perfekten Organisation der Rundfahrt auch die allermeisten Kritiker stumm. Nun wartet auf das OK-Team die schwierigste aller Aufgaben: Den Erfolg der letzten beiden Ausgaben zu wiederholen und gemeinsam noch größere Ziele anzuvisieren.

Der erste Schritt der Tour of the Alps 2019 wurde am Mittwoch, 21. November in der „Sala Buzzati“ in Mailand, dem Sitz der RCS Media Group und der Gazzetta dello Sport, gemacht: Im Rahmen einer umfangreichen Präsentation wurde das Etappenrennen in den drei Euregio-Regionen der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Rundfahrt, die vor zwei Jahren aus der „Trentino-Rundfahrt“ hervorging, wird vom 22. bis 26. April 2019 zum insgesamt 43. Mal ausgetragen. Dabei tritt das Event in große Fußstapfen, nämlich jene der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Innsbruck 2018. Vor wenigen Wochen lieferte Innsbruck mit dem reibungslosen Ablauf der Rad-WM die perfekte Antwort auf die TotA – nun gilt es, den Nordtiroler Erfolg fortzusetzen und die Euregio-Regionen mit einer weiteren spektakulären Rundfahrt zusätzlich für den Radsport zu begeistern.

In den fünf Tagen der Tour of the Alps soll alles Außergewöhnliche und Besondere gezeigt werden, für das die Euregio-Gebiete stehen: Nachhaltige Mobilität, Gastfreundschaft auf höchstem Niveau, Liebe zum Sport und zum Genießen im Freien, Respekt vor der Natur, ohne sich die Freude daran zu nehmen sowie die Freude, in der Alpenlandschaft leben zu dürfen. Auch geschichtlich eint die drei Regionen einiges: Heuer jährt sich zum 500. Mal der Todestag von Kaiser Maximilian I. von Habsburg, dem sogenannten „ersten Europäer“. Maximilian I. war zu seiner Zeit einer der größten Förderer der Vereinigung der Länder – ein Thema, das auch heute noch hochaktuell ist und eines der großen Mottos der Tour of the Alps darstellt.

Mit über 40 Jahren Erfahrung aus der Trentino-Rundfahrt ist die TotA mehr als nur das oft zitierte Vorzimmer des Giro – sie ist nämlich eine Rundfahrt, die ihren eigenen Weg gegangen ist und den Radsport auf eine ganz neue Art und Weise interpretiert. Bei den ersten beiden Ausgaben warteten die Organisatoren des GS Alto Garda mit selektiven Etappen voller schwieriger Anstiege, allerdings ohne extreme Höhen, auf. Dass das OK-Team mit dieser Streckenführung die richtige Entscheidung traf, wurde durch die Teilnahme von unzähligen Radsportlern aus aller Welt sowie des breiten Publikums in über 100 Ländern zusätzlich unterstrichen.

Start in Nordtirol, Ziel in Südtirol: Von Kufstein geht’s nach Bozen/Bolzano

Nachdem die Tour of the Alps 2018 ihr großes Finale in Innsbruck erlebt hat, fällt im nächsten Jahr der Startschuss in Nordtirol. Die TotA wird allerdings nicht im WM-Ort von 2018 gestartet, sondern in der nördlichsten Gemeinde Nordtirols, in Kufstein. Der 20.000-Einwohner-Ort ist schon zum zweiten Mal Ausgangspunkt der Tour of the Alps: Bereits im Jahr 2017 wurde die Rundfahrt der drei Euregio-Gebiete in Kufstein gestartet. Damals, am 17. April 2017, ging die Etappe über 142,3 km zur Hungerburg nach Innsbruck – der unvergessene Michele Scarponi ließ dabei die gesamte Konkurrenz hinter sich. Auch im nächsten Jahr ist der großartige Sportsmann aus den Marken bei der TotA omnipräsent: Zu seinen Ehren wird nach jeder Etappe der „Team Up“-Preis an die Mannschaft mit dem größten Teamgeist vergeben.

Nach der feierlichen Eröffnung am Sonntag, 21. April, fällt am Montag, 22. April mit der ersten Etappe von Kufstein nach Kufstein der offizielle Startschuss für die Tour of the Alps. Auf die Teilnehmer warten 144 Kilometer ohne größere Anstiege, allerdings mit durchgehend unebenem Höhenprofil. Das Finale der Etappe, das nach einer kurzen Abfahrt und 1,5 flachen Schlusskilometern ansteht, verspricht einen offenen und spektakulären Rennausgang.

Die zweite Etappe am Dienstag, 23. April ist auf dem Papier die längste und gleichzeitig auch anspruchsvollste der gesamten Rundfahrt. Die Teilnehmer starten in der Nordtiroler Gemeinde Reith im Alpbachtal und erreichen nach 179 km und über 3.000 Höhenmetern die Südtiroler Gemeinde Schenna/Scena. Der wohl spektakulärste und schwierigste Anstieg ist dabei jener zum Jaufenpass/Passo del Giovo (2.094 m; 15,1 km Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,5 %) – aber auch die letzten 5 km der Strecke, die ständig bergauf gehen, haben es in sich.

Am Mittwoch, 24. April geht’s im Rahmen der dritten Etappe in die dritte Region der drei Euregio-Gebiete: Das Teilstück wird in Salurn/Salorno im Süden Südtirols gestartet und endet nach 106 km in der Trentiner Gemeinde Baselga di Pinè. Auch wenn die Etappe nicht besonders lang ist, so ist sie dennoch äußerst anspruchsvoll: Den Fahrern bleibt bei vielen Rhythmuswechseln kaum Zeit zu Verschnaufen, darüber hinaus warten 26 km vor Schluss der schwierige Anstieg zum Sankt-Colomba-See und kurz vor dem Ziel die selektive Rampe nach Montagnaga.

Die vierte Etappe am Mittwoch, 25. April wird ausschließlich auf Trentiner Boden gefahren. Von Baselga di Pinè geht’s über 134 km nach Cles – einer Nonstaler Ortschaft, in der der Radsport einen besonders hohen Stellenwert genießt: In Cles wurde über viele Jahre die „Trofeo Melinda“ vergeben, außerdem stammen mehrere große italienische Radsportler wie Maurizio Fondriest, Gianni Moscon oder Letizia Paternoster aus der Nonstaler Gemeinde. Im Rahmen der vierten Etappe stechen die Anstiege zum Brezer Joch und dem Predaia Pass besonders hervor – spätestens der gefürchtete Anstieg der „Puntara“ 5 km vor Schluss wird die Spreu dann endgültig vom Weizen trennen.

Die abschließende Etappe der Tour of the Alps 2019 am Freitag, 26. April verläuft ausschließlich in Südtirol und bringt die Fahrer von Kaltern/Caldaro über 148 km nach Bozen/Bolzano. Wer die TotA für sich entscheiden will, muss bis zum letzten Kilometer alles geben: Zunächst steht der Anstieg nach Klobenstein/Collalbo an, ehe die allerletzte Rampe nach Jenesien/San Genesio wartet. Dort – etwa 25 km vor Schluss – werden auch die letzten Punkte der GPM-Wertung der Tour of the Alps vergeben. Die letzten Kilometer laden schließlich zum Genießen ein: Nach einer Abfahrt und einem allerletzten Flachstück endet die TotA am Bozner Siegesplatz/Piazza Vittoria – und ein neues Siegergesicht darf sich über den Gewinn der prestigereichen Rundfahrt freuen.

Fünf Etappen, über 13.000 Höhenmeter

Das Programm der Tour of the Alps 2019 umfasst fünf Etappen, bei denen insgesamt 711 Kilometer zurückgelegt werden müssen. Auf die Teilnehmer warten 10 Bergwertungen und nicht weniger als 13.630 Höhenmeter.

Montag, 22. April 2019
1. Etappe: Kufstein – Kufstein 144 km
2.100 m Höhenunterschied
Schwierigkeit: **

Dienstag, 23. April 2019
2. Etappe: Reith im Alpbachtal – Schenna/Scena 179 km
3.050 m Höhenunterschied
Schwierigkeit: *****

Mittwoch, 24. April 2019
3. Etappe: Salurn/Salorno – Baselga di Pinè 106 km
2.650 m Höhenunterschied
Schwierigkeit: ***

Donnerstag, 25. April 2019
4. Etappe: Baselga di Pinè – Cles 134 km
2.730 m Höhenunterschied
Schwierigkeit: ***

Freitag, 26. April 2019
5. Etappe: Kaltern/Caldaro – Bozen/Bolzano 148 km
3.100 m Höhenunterschied
Schwierigkeit: ***

Langjährige Partner und neue Weggefährten

Neben den drei bewährten Marketingkörperschaften der Eurgeio-Gebiete – IDM Südtirol, Tirol Werbung und Trentino Marketing –, kann die Tour of the Alps auch 2019 auf die Unterstützung von „Melinda“ zählen. Der Äpfel-Vermarkter aus dem Nonstal hat sein Logo erneut auf dem Trikot des Gesamtführenden versehen und unterstreicht damit seine enge Verbindung mit der Welt des Radsports.

Das Unternehmen „Northwave“ stellt auch im kommenden Jahr die Leader-Trikots der einzelnen Kategorien her, während der Reifenhersteller „Vittoria“ die technische Rennleitung übernimmt. Die Kooperation mit der Brennerautobahn-Gesellschaft wurde ebenfalls bestätigt – dabei werden in erster Linie Themen wie die nachhaltige Mobilität oder das sichere Fahren aufgegriffen.

Als offizieller Medienpartner fungiert erneut die „Gazzetta dello Sport“. Die wichtigste italienische Sport-Tageszeitung deckt in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „PMG Sport“, das sich um die Live-Übertragungen kümmert, die nationale und internationale Berichterstattung ab.

Im Januar werden die 20 Teams, die an der Tour of the Alps 2019 teilnehmen, offiziell bekanntgegeben. Auch für die kommende Ausgabe werden zahlreiche Mannschaften der World Tour am Start der Rundfahrt erwartet. Sicher mit dabei ist eine italienische Mannschaft, die von Italiens Nationaltrainer Davide Cassani gecoacht wird.

Die Stimmen

Giacomo Santini, Präsident des GS Alto Garda
Eine Rundfahrt perfekt zu organisieren und dabei internationale Superstars am Start zu haben, reicht längst nicht mehr aus. Das Geheimnis des Erfolgs der Tour of the Alps liegt darin, die Grenzen in Scharniere umwandeln zu können. Nach 40 großartigen Jahren Trentino-Rundfahrt haben wir es gemeinsam mit unseren Partnern geschafft, etwas Neues und noch Größeres auf die Beine zu stellen.“

Maurizio Rossini, Geschäftsführer Trentino Marketing
Für das Trentino bietet die Tour of the Alps 2019 die ideale Gelegenheit, auch den ländlichen Teil der Region in ein internationales Schaufenster zu stellen. Aus diesen Gegenden stammen große Sportler wie Fondriest, Simoni, Moser, Moscon oder Paternoster. Vielleicht gibt es hier eine Verbindung: Auf der einen Seite ein Gebiet, das für Anstrengung und das ländliche Leben steht – auf der anderen Seite zahlreiche erfolgreiche Radfahrer, die hier großgeworden sind.

Helmuth Zanotti, Product Manager IDM Südtirol
Die Tour of the Alps ist ein spannendes Projekt, das es uns erlaubt, auch einmal Perspektive zu wechseln. Der Sport lehrt uns, dass man durch Teamarbeit gewinnt – genau aus einer solchen Zusammenarbeit schlagen die einzelnen Gebiete der Euregio hier auch Kapital. Dieses Event ist eine einmalige Gelegenheit für uns, die wir alle nutzen können und auch müssen.

Thomas Rohregger, Radland Tirol
Die Tour of the Alps ist eine Veranstaltung mit Zukunft. Sie steht für den Begriff der Freundschaft und geht über die sportliche Rivalität und das provinziale Marketing hinaus. Die kommende Ausgabe der TotA wird einmal mehr eine technisch anspruchsvolle, spektakuläre Rundfahrt.

Davide Cassani, Teamchef des ialienischen Rad-Nationalteams
Dank der anspruchsvollen Streckenführung und der zahlreichen Ansteige eignet sich die Tour of the Alps bestens, um sich auf den Giro d’Italia einzustimmen. Wie jeder Sportler weiß, gibt es kein besseres Training als das Training in einem echten Rennen. Wer es schafft, bei der TotA zu glänzen, der wird dasselbe auch beim Giro d’Italia schaffen.“

Gilberto Simoni, ehemaliger Radprofi
Ich habe die Trentino-Rundfahrt 2003 gewonnen – damals trug das Rennen noch nicht den Namen Tour of the Alps. Was aber geblieben ist, ist der eiserne Ruf der Veranstaltung, die ideale Vorbereitung für den Giro d’Italia zu sein. Was ich von der Streckenführung halte? Eine Bergankunft mehr hätte vielleicht nicht geschadet, aber die kommende Ausgabe sieht erneut sehr vielversprechend aus. Ich bin mir sicher, dass ein Star von internationalem Kaliber am Ende ganz oben stehen wird.