Meran und Lienz, Zielorte für die Champions vor dem großen Finale

Die ersten beiden Tage der Tour of the Alps gehen im Trentino über die Bühne. Danach wird das Radrennen in Südtirol und Tirol mit den Etappen drei und vier fortgesetzt. Das Zweigespann Mendel-Gampenpass und der Bannberg fungieren als Startrampe - auf jenen Straßen, die Pantani und Bartoli berühmt gemacht haben.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr mit Start in Kufstein (Österreich) und Ziel in Trient und somit der Durchquerung der Euroregion von Nord nach Süd, verläuft die Tour of the Alps (16. bis 20. April) heuer in die umgekehrte Richtung – behält aber ihren Charakter mit kurzen und sehr anspruchsvollen Etappen bei. Auf den ersten beiden Teilstücken, die ausschließlich im Trentino gefahren werden und die in Folgaria, bzw. der Alpe di Pampeago enden, könnte die Gesamtwertung gehörig durcheinander gewirbelt werden. Aber erst sobald die Karawane an den darauffolgenden Tagen Südtirol und Tirol erreicht, könnte eine Vorentscheidung fallen.

Die dritte und vierte Etappe der Tour of the Alps könnten als mittelmäßige Teilstücke eingestuft werden – aber nur auf dem Papier. Die Rennradler, die in den Kampf um den Gesamtsieg verwickelt sind, müssen auf die “Fallen” entlang der Strecke vorbereitet sein. Nur so können es die Favoriten vermeiden, wertvolle Sekunden vor dem Showdown auf dem WM-Kurs in Innsbruck (Österreich) zu verlieren.

Am Mittwoch, 18. April beginnt das dritte Teilstück, das zur Gänze auf Südtiroler Boden gefahren wird, in Auer am linken Ufer der Etsch und endet nach 138,3 Kilometern in Meran. Der erste Teil der Etappe, der durch den Aufstieg auf die sogenannte “Mendolina” gekennzeichnet ist, kann getrost als ein Warmfahren in Hinblick auf den anspruchsvollen Schlussteil bezeichnet werden, auf dem die Radprofis zuerst den Aufstieg auf die Mendel (18 km mit 6,3% Steigung) und kurz darauf den Gampenpass (13 km mit 4,1 % Steigung) meistern müssen. Auf der Passhöhe angekommen, fehlen noch 26,3 Kilometer bis zum Ziel in Meran. Die Passerstadt wird erstmals seit 24 Jahren wieder ein internationales Radrennen willkommen heißen. Zuletzt war das 1994 der Fall, als sich beim Giro d’Italia ein blutjunger Marco Pantani zu Beginn seiner Karriere hervortat.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir als Etappen-Zielort einer so prestigereichen Radsportveranstaltung fungieren dürfen. Meran, durch das bereits in der Vergangenheit wichtige Radrennen wie etwa der Giro d’Italia führten oder wo sich deren Zielort befand, wird die Rennfahrer und Mannschaften mit jener Herzlichkeit empfangen, die diese Stadt seit jeher von anderen unterscheidet. Das Publikum wird die Profis entlang der Strecke gebührend feiern und anfeuern. Dank der Tour of the Alps wird einmal mehr Merans Ruf bestätigt, große internationale Events anziehen zu können“, sagte Ingrid Hofer, Präsidentin der Meraner Kurverwaltung.

Auch die vierte Etappe am Donnerstag, 19. April startet in Südtirol. Von Klausen geht es auf 134,3 Kilometern nach Lienz (Österreich). Das österreichische Städtchen war bereits mehrmals Etappenort des Giro del Trentino, von wo das Rennen 2013 auch gestartet ist. Auf dem ersten Streckenteil ist die einzige Schwierigkeit der Aufstieg nach Terenten, bevor es nach der anschließenden Abfahrt leicht ansteigend durch das Pustertal bis auf österreichisches Staatsgebiet geht. Auf der B100 fährt das Feld bis nach Abfaltersbach, wo die Schwierigkeiten beginnen und sich das Finale entflammt. Der erste Anstieg führt im Anschluss nach Anras, wo der Giro del Trentino 2016 mit einem Sieg des Basken Mikel Landa endete: 4 Kilometer mit einer mittleren Steigung von 7%, die teilweise auch um die 10% beträgt. Nach der rasanten Abfahrt und einem Abschnitt in der Talsohle geht es von Thal-Aue hinauf auf den Bannberg. Auf jenen Straßen fuhren – immer im Rahmen des Giro d’Italia 1994 – Champions wie Marco Pantani und Michele Bartoli zum ersten Mal ins internationale Rampenlicht. Diese 7 Kilometer mit einer mittleren Steigung von 6,5% sind die Startrampe auf dem Weg zum Ziel, das sich auf dem prestigreichen Hauptplatz in Lienz befindet und wo eine kleine Gruppe den Etappensieg unter sich ausmachen könnte.

Seit 1995 sind wir mit dem Giro del Trentino und seit dem Vorjahr natürlich auch mit der Tour of the Alps verbunden. Zahlreiche Etappen der Rundfahrt führten nach Osttirol und wir begrüßten viele Stars des Radsports, von Miguel Indurain über Marco Pantani bis Jan Ullrich. Osttirol ist eine Radsporthochburg für Straßen- und Mountainbikefans und bietet perfekte Trainingsbedingungen. Diese nützen seit dem Vorjahr auch die Profis von Bora-Hansgrohe um Weltmeister Peter Sagan aus. Das deutsche Team ist exklusiver Partner von Osttirol. Es freut mich sehr, dass die Tour of the Alps heuer wieder in Osttirol Station macht. Dieses sportliche Großereignis ist auch ein wichtiges Signal für unsere Verbundenheit innerhalb der Europa-Region Tirol“, sagte Tourismusobmann Franz Theurl.