Von Klausen nach Lienz: Die Show zieht nach Tirol um, wo die beiden entscheidenden Etappen stattfinden

Der Startschuss zur vierten Etappe (Klausen-Lienz, 134,3 Kilometer) fällt um 11.30 Uhr. Die Radprofis treten danach rund 90 Kilometer durch Südtirol, bevor es über die Grenze nach Tirol geht. Wieder gibt es zwei Bergwertungen (Terenten und Bannberg)

Guten Tag von der vierten Etappe der Tour of the Alps. Das Rennen bleibt ungewiss und lebhaft und garantiert in der entscheidenden Phase Radsport-Spektakel pur. Heute geht es zunächst wieder durch Südtirol, sprich das Eisacktal und das Pustertal, bevor nach 88,9 Kilometern die Staatsgrenze passiert wird. In Tirol und somit im nördlichsten Gebiet der Euregio wird der sportliche Showdown fortgsetzt. Nach dem Anstieg hoch nach Terenten im Anfangsteil der Etappe könnten die Topfavoriten in Tirol den Anstieg auf den Bannberg als Sprungbrett für den Endspurt zum prestigereichen Ziel in Lienz nutzen. Es sind nach wie vor viele im Rennen um das Fuchsia Trikot des Gesamtführenden, das aktuell der Franzose Thibaut Pinot trägt. Auf den Straßen Österreichs dürfte der Kampf darum bis zum letzten Kilometer weitergehen.

Am Start wurde das Team Sky mit dem Team Up Award – Souvenir Michele Scarponi ausgezeichnet – für die starke Mannschaftsleistung im Rahmen der dritten Etappe.

Treffpunkt: Chiusa/Klausen, Piazza Mercato, h 09:45
Start: Chiusa/Klausen, SS 12, h 11:30
Ziel: Lienz, Hauptplatz, h 15:10
Anti-Doping-Kontrolle: Liebburg, Hauptplatz, 7
Verp egungszone: Lago di Valdaora-Olanger See, km 62,6
Zwischensprint: Dobbiaco-Toblach, km 76,6
Bergwertung: Terento-Terenten (2a Cat., km 32,6 ); Bannberg (2a Cat., km 124,0)
Rennbüro: Liebburg, Hauptplatz, 7 (Press Room: Stadthalle, Sudtirol Platz)

DER START: KLAUSEN
Am Ufer des Eisacks in Südtirol gelegen, war Klausen in der Vergangenheit eine Zollstadt. Das Gemeindegebiet wird überthront vom Kloster Säben, das im Mittelalter Bischofssitz war und Pilger aus allen Teilen Tirols auf den Säbener Berg anlockte. In den engen Gassen Klausens verweilte 1494 auch der große Meister Albrecht Dürer, einer der herausragenden deutschen Maler der Renaissance. Er malte Klausens Panorama als Hintergrund für eines seiner größten Werke: “Das Große Glück”. Heute noch zählt Klausen zu den schönsten historischen Stadtzentren Italiens: Die mit Zinnen versehenen Fassaden, die großen Erker und die antiken Wappen der Wirtshäuser haben den Club “Die schönsten Orte Italiens” überzeugt.

ENTLANG DER STRECKE
Ein kurzer Umweg von der Strecke der Etappe führt zu zwei Naturdenkmälern des Hochpustertals. Das erste ist der Pragser Wildsee im Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Er verzaubert mit seinem Farbenspiel, das von Türkis bis Smaragdgrün reicht. Das zweite sind die Drei Zinnen, eine der bekanntesten Berggruppen der Dolomiten und Symbol des Pustertals.

FÜR DEN GESCHMACKSSINN
Zu den kulinarischen Highlights in Osttirol gehören die Schlipfkrapfen mit Kartoffelfülle. Diese Nudelspezialität ähnelt den italienischen Ravioli und wird meistens mit zerlassener Butter und geriebenem Käse serviert. Fleischliebhaber sollten „Schöpsernes“ vom Berglamm probieren. In Osttirol wird seit Jahrhundert Schafzucht betrieben und das zarte Fleisch der Bergschafe gilt als Delikatesse. Zur Verdauung gibt es ein Stamperl „Pregler“, ein Obstbrand, der aus heimischen Äpfeln und Birnen destilliert wird.

ABSOLUT SEHENSWERT
Entlang der Strecke des heutigen Teilstücks liegt der Radweg Toblach-Innichen-Lienz. Inmitten einer phantastischen Naturlandschaft folgt der Weg dem Verlauf der Drau und verbindet Italien mit Österreich. Die 50 Kilometer lange Strecke ist auch bei Familien sehr beliebt, da man leicht bergab und ohne große Mühen radelt. Nach einem Stadtbummel in Lienz erfolgt der Rückweg ganz bequem per Bahn.

DAS ZIEL: LIENZ
Lienz wird auch „Sonnenstadt Österreichs“ genannt, weil das Klima mit mehr als 2000 Sonnenstunden im Jahr sehr mild ist. Die Hauptstadt Osttirols bietet ein vielfältiges Angebot für Wanderer, Biker und Wassersport-Fans. Doch auch Geschichte, Kultur und Gastronomie ziehen immer mehr Touristen in das entspannte Städtchen. Besonders spektakulär: Der Blick auf die Lienzer Dolomiten. Das Bergmassiv gilt als die „kleine Schwester“ der Dolomiten in Italien.

DIE PERSÖNLICHKEIT
Der weltweit bekannteste Sohn Südtirols ist Reinhold Messner. Der 73jährige Extrembergsteiger, Abenteurer und Buchautor wurde in Brixen geboren und wuchs in Villnöß im Eisacktal auf. Er war der erste Mensch, der den Mount Everest ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff bestieg und auf den Gipfeln aller 14 Achtausender stand. Seit 2003 arbeitet er am Museumprojekt MMM (Messner Mountain Museum), einem Bergmuseum an sechs Standorten in Südtirol und Belluno.

DAS WETTER
Das Hochdruckgebiet sorgt weiter für stabile Verhältnisse und milde Luftmassen. Das Wetter bleibt sonnig mit Höchsttemperaturen um 25 Grad.